[Trigami-Review]

Bratwurst3000: Portal für die Zukunft oder doch lieber nur ein Test?

In letzter Zeit bin ich ein wenig faul mit Beiträgen, das fällt vielleicht auf. Hat mit Arbeit zu tun und da kam mir eine Ausschreibung der Firma Surfino, doch mal das neue Flaggschiff unter den Homepage-Baukästen auszuprobieren ganz recht. So muss ich nicht großartig umdenken. Dachte ich.

Für jemanden, der seine Brötchen damit verdient, in Quellcodes nach unsauberen Suchmaschinenoptimierungs-Methoden zu wühlen, ist die Surfino-Idee definitiv zu einfach. Meine neue Seite Bratwurst 3000 soll eigentlich ein geiles Portal für Freunde sinnlichen Genusses werden – und doch fällt es mir schwer, da das richtige Design zu finden. Nach verschiedenen Ausprobierereien mit Templates namens “Workstation”, “Terra”, “Bureau” oder “Magic Dwarf” entscheide ich mich etwas frustriert für “Simple”. Nicht zuletzt deshalb, weil ich mich maßlos darüber aufrege, zwar klangvolle Namen, aber nirgends ein Vorschaubild des Designs zu sehen. Das hat natürlich mal wieder mit meiner eigenen Dummheit zu tun – halte ich den Mauszeiger mal still, erscheint ein Bildchen – MouseOver, na gut.

Mein Testzugang nennt sich “Exclusiv”, würde bei zwölf Monaten Vertragslaufzeit 19,90 Euro monatlich kosten und richtet sich nach Angaben des Anbieters an Firmen, Vereine, Selbstständige und Hobbyseiten. Dafür wird schon eine Menge geboten: Schnell baue ich einen Passwortschutz vor die streng geheimen Inhalte der Seite “Warum Bratwurst?” (Für die Neugierigen: es lautet “schlachtplatte”), setze eine Suchmaske und einen Newsticker auf die Seite, schalte die Kommentarfunktion ein und aktiviere natürlich das Gästebuch. Als Krönung lasse ich noch einen Flash-Player Gallmuckes “Nicht gehen” spielen. Jetzt könnte ich sogar noch einen Online-Shop einrichten und CDs verticken. Das alles ohne einen Fetzen html.

So lässt sich ohne irgendwelche Kenntnisse recht schnell eine hübsche Seite zusammenbasteln. Das hat auch seine Tücken. Denn sie bleibt so hübsch wie sie ist und bietet lediglich die Alternativen der weiteren Templates. Wo selbst Myspace Eingriffe in die CSS-Struktur erlaubt, darf bei Surfino nicht mal über einen Farbwähler am Design der Templates gewurschtelt werden. Das nervt ein wenig – darf man doch davon ausgehen, dass sich nicht nur absolute Netz-Dummys unter denjenigen finden, die für rund 20 Euro monatlich das Angebot nutzen wollen. Kleinere Fallstricke warten im Backend, wo man auf keinen Fall ohne zu speichern die Live-Vorschau wählen sollte. Um ein Bild in einen Text einzufügen, muss man selbiges zunächst über eine Dateiverwaltung hochladen – solche Umwege müssen nicht sein. Man muss auch nicht sonderlich geübt sein, um mit einem Blick in den Quelltext den Speicherort des Gallmucke-mp3 herauszufinden. Zum Glück wird der eh gerade überall von uns verschenkt. Etwas sauer stößt das Ergebnis des W3C Markup-Validators auf: Der findet im Code der Startseite sagenhafte 186 Fehler und wertet meine neue Site als nicht XHTML 1.0 valide. Das ist doch sehr ärgerlich.

Alles in allem erschließt sich hier trotz aller Kritik für viele Leute eine Welt mit ungeahnten Möglichkeiten. Und 20 Euro entsprechen etwa einem Viertel des Stundensatzes eines druchschnittlichen Web Designers. Wenn man verdammt Glück hat. Wer allerdings Wert auf wirklich individuelles Design legt, sollte die Investition noch mal überdenken. Auf der Surfino-Homepage kann man die Templates vorher durchgucken. Um es vorweg zu nehmen: Für Bratwurst-Fans ist eher weniger dabei. Andere werden aber sicher fündig. Und ich für meinen Teil bin wieder etwas schlauer: Die Domain Bratwurst3000.de ist noch frei. Kann ich direkt im Backend ordern. Ich überlege noch.

Post to Twitter Post to Delicious Post to Digg Post to Facebook Post to MySpace Post to StumbleUpon

Tags: , ,

Homepage-Baukasten im Test: Magic Dwarf passt nicht zu Bratwurst

3.06.2008 | schmierfink: ah | Kategorie: berufliches, netzhetze

Dein Senf?