Ich hab’s gestern mal kurz angedeutet: Laut.fm ist eine hervorragende Angelegenheit. Mit mittlerweile dreieinhalb Stunden Programm ist mein kleiner Sender ganz vernünftig, wie ich finde. Dafür schon mal danke.

Damit haben wir endlich ein user generated radio. Naheliegend eigentlich, gut umgesetzt noch dazu. Die Sache ist wird eigentlich ganz einfach: Man registriert sich als DJ, gibt seinem Sender einen Namen und stellt im Backend Playlists zusammen. Und da fängt er an, der vom User generierte Content. Den Musikpool, an dem man sich bedient, darf man mitgestalten. Schier unglaublich, ganz legal: Solange ich das Original besitze, darf ich meine Sicherheitskopie in den Pool laden, entweder nur für mich oder für alle verfügbar. Ja, das geht. Warum? Ganz einfach.

Die Laut-Tüftler lassen kein On-Demand-Radio zu und halten sich an alle Regeln. Darum. So läuft meine Playlist gerade in der Rotation, wie du im Menü rechts von hier sehen kannst. Es ist nicht möglich, eine ellenlange Liste des immer selben Interpreten zu erstellen. Es ist auch nicht möglich, mehr als drei Songs eines Interpreten innerhalb von drei Stunden zu spielen. Kleine Regeln, über die eine Menge machbar ist.

Denn irgendwie haben wir doch alle im Kopf, dass der Zusammenhang von Internet und mp3 irgendwie mit Abmahnung und Ärger zu tun hat. Muss aber ja nicht. Solange ich nichts illegales, keine Bootlegs oder sonstwie nicht zur Veröffentlichung vorgesehenes Material in den Pool schiebe zumindest. Die Kontrollmechanismen, die oben genannte Regeln erzwingen, arbeiten offensichtlich über ID3-Tags. Da kann man nur hoffen, dass nicht irgendwelche Spaßkekse und Vollidioten falsche getaggte Files in den Pool schieben, sobald die Beta-Phase beendet ist…

Bleibt die Frage mit der Kohle. Beiderseits. Die Laut AG ist so frei, Gema und GVL zu übernehmen, was ich für sehr nett halte. Denn damit ist für Hobby- und Pseudo-DJs wie mich eine große Hürde aus dem Weg geräumt. Dafür räumen sich die Macher das Recht ein, mal Werbung in meinen Stream zu schalten. Bitte. Gerne doch. Nicht nur, dass ich damit kein Problem habe, ich bin auch dankbar dafür, dass nach der ultimativen Auslutschung “sämtlicher” Möglichkeiten des großen Web 2.0 noch jemand den Arsch für neue Ideen und deren Vermarktung hat. Das regt doch den Geist an. Und sollte mir mal ein Kunde über den Weg laufen, auf den das Konzept passt: Ich vermittel gerne. Um es nochmal zu sagen: großartige Idee, liebe Laut-Leute. Das freut sicher nicht nur mich und den anderen Hörer meiner Station.

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Laut.fm: User Generated Radio und der Arsch für neue Konzepte

6.06.2008 | schmierfink: ah | Kategorie: musikalisches, netzhetze

2 Gläser Senf dazu
Dein Senf dazu »

  1. Solange die Musik gut ist, ist es mir scheißegal, was ID3-Tags und falsch getaggte Files sind. Quasi.
    Und die Musik ist gut, Schatzi. Kenne aber vieles schon. Komisch…

  2. ach du bist der andere hörer…

Dein Senf?