Suchmaschinenoptimierung, also im Original “Search Engine Optimizing oder mal kurz: SEO ist “journalistische Wettbewerbsverzerrung”, findet Sueddeutsche.de-Chefredakteur Hans-Jürgen Jakobs und erzählt’s gleich der Horizont. Und während die ersten Zeilen dieses Eintrags bei Google schon um drei begehrte Suchbegriffe feilschen, pennt Herr Jakobs wahrscheinlich noch immer in seiner Print-Welt, die nebenbei eine Online-Fassung beschäftigt.

“Konventionen über statthafte und unstatthafte Maßnahmen” fordert der Spezialist und zeigt erneut, dass Journalisten in hohen Ämtern noch lange nicht von jedem Teil der Welt Ahnung haben müssen. Die Welt nämlich wird als Beispiel herangezogen, eine Online-Ausgabe, die sich durchaus sehen lassen kann und sich nicht zuletzt dadurch auch die Hochachtung der Suchmaschinen verdient hat: Welt-Artikel zu allen möglichen Themen finden wir ziemlich oft in der News-Suche von Google & Co. und das macht Jakobs offensichtlich Angst. Und wo Angst ist, da finden sich auch Verschwörungstheorien: “exzessive SEO!” Mit Verlaub: Was für ein Quatsch. Was ist unstatthaft, was ist manipulativ? Welt? Stern? Spiegel. Wohl kaum. Und wenn doch: warum?

In seinem Posten als Chefredakteur sollte der Journalist Jakobs wohl den Wortlaut kapiert haben: “Suchmaschinenoptimierung” bedeutet nicht “Manipulation” sondern die Umsetzung der Richtlinien, die ein Laden wie Google dem gut recherchierenden Redakteur mit auf den Weg gibt, der sich wirklich dafür interessiert. Diese Richtlinien muss man nicht befolgen. Man muss sich aber ja auch nicht wundern, wenn die eigene Zeitung zu kurz kommt in den Suchergebnissen. Denn eine Website – auch eine journalistisch bewanderte – wird nur dann gefunden, wenn Suchmaschinen sie lesen können. Mal so für Doofe zusammengefasst.

Die Sache ist einfach. Bastel ein Angebot mit interessantem Inhalt. Bereite den Inhalt übersichtlich auf. Und nicht zuletzt: Wisse, wonach man sucht, wenn man dich finden soll und beherrsche die Semantik. Kurz : Ein Artikel über Dieter Bohlen wird nicht gefunden, wenn ich ihn in Titel, Überschrift und Fließtext nur “das Genie” oder wahlweise auch “die dumme Nuss” nenne. SEO ist nämlich gar nicht so zauberhaft, wie Jakobs und andere Print-Kollegen vermuten mögen. SEO hat eigentlich sogar fast ausschließlich mit der Fähigkeit zu tun, einen Text znächst mal ansprechend und schlüssig in der Überschrift zusammenzufassen. Und das kann man von einem gestandenen Redakteur wohl erwarten.

Gut: Es gibt da noch die eine oder andere technische Finesse, die Herr Jakobs nicht selbstständig umsetzen kann. Zum Beispiel, die gut verschlagworteten Überschriften in die URL zu übernehmen, wie es diese Seite zum Beispiel tut, die Welt auch, die Süddeutsche aber schon mal nicht. Die FAZ, so schreibt Horizont, würde sogar damit experimentieren, ganze Themencluster zu positionieren. Boah. Das kennen wir aus Blogsystemen wie WordPress bislang unter dem Titel “Tags”.

Wir sehen also: Herr Jakobs von der Süddeutschen hat die Sache nicht ganz verstanden. Um es verständlicher zu machen: Die Headlines bei Google-News sind so ähnlich wie eine Titelseite. Sind keine Titten drauf, müssen sie auf andere Art gut sein. Meinen Sie, das kriegen Sie in Ihrer Position hin? Wenn nicht, wenden Sie sich an eine Agentur, die sich mit der Thematik auskennt. Dann erkläre ich Ihnen auch, warum es total nett von mir war, den Link zu Ihrer Seite nicht mir dem Attribut “nofollow” zu versehen…

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SEO für Süddeutsche oder: Warum Titel Titten brauchen

12.06.2008 | schmierfink: ah | Kategorie: berufliches, netzhetze

12 Gläser Senf dazu
Dein Senf dazu »

  1. Schön analysiert. Scheint in der Tat so zu sein das die sueddeutsche noch keinen eigenen InHouse SEO hat sonst wären solche Problem wohl schon längst vom Tisch. Bleibt jetzt noch die Frage, wann werden Deine Tipps umgesetzt. ;-)

  2. [...] der Schule: Setzen 6, Hans-Jürgen! P.S. In dem Zusammenhang möchte ich noch auf einen Artikel bei konsumuffel.de zu diesem Thema hinweisen – lesenswert! Abonnieren Sie jetzt unseren RSS-Feed und bleiben Sie so [...]

  3. Jo, man kann nur hoffen das Herr Jakobs dies hier liest und sich dann jemanden ranholt der es auch versteht. ;)

    Ich habe mal u.a. die Keywords zweier Artikel, von welt.de und sueddeutsche.de, aufgelistet und in meinem Blog verglichen, da kann man gut sehen welche Unterschiede SEOmäßig bei beiden bestehen.

  4. [...] Suchmaschinenoptimierung von Welt Online und Sueddeutsche.de. TechDivision, suchmade news und der konsumuffel lästern auch etwas über die mangelnde technische Kompetenz bei Sueddeutsche.de, bleiben aber [...]

  5. Tja, wundern tut mich bei der Süddeutschen nichts mehr.

    Ich wollte einmal als einfacher online-Leser einen “Leserbrief” schreiben. Das ging aber nicht, schließlich sei ich kein Abonnent.

    Stimmt. Mit Sicherheit werde ich es ab jetzt auch nie werden, Kaufen werde ich die SZ auch nicht. Und in meinem Weblog werde ich die SZ stets mit der gebührenden Nichtachtung abstrafen [es gab bislang auch keinen Grund sie zu erwähnen].

    Dümmer geht’s nimmer.

    Gruß
    Bernhard

  6. bernhard: “Und in meinem Weblog werde ich die SZ stets mit der gebührenden Nichtachtung abstrafen”

    wozu auch? beachten kannst du sie ja bei mir ;-)

  7. [...] die vor allem darauf beruht, dass einige der Beteiligten sich über Dinge erregen, die sie nicht in ausreichender Tiefe erfasst haben. Anders lassen sich die Statements des Chefredakteurs von sueddeutsche.de Hans-Jürgen Jakobs [...]

  8. [...] Suchmaschinenoptimierung von Welt Online und Sueddeutsche.de. TechDivision, suchmade news und der konsumuffel lästern auch etwas über die mangelnde technische Kompetenz bei Sueddeutsche.de, bleiben [...]

  9. [...] von Sueddeutsche.de, Hans-Jürgen Jakobs, in der freien Marktwirtschaft « Der Webanhalter zu SEO für Süddeutsche oder: Warum Titel Titten brauchen“Glaubwürdigkeit” « sirdoom’s bad company Weblog zu Werbe-Piraterie: Wie [...]

  10. I really like your writing style, good information, thankyou for posting D. ebcdcgdkgfff

  11. the pair of finds were the fourth and fifth to be made in the csseconion following the Satis-1 and Satis-3 Oligocene deep discoveries and last year’s Salmon-1 shallow Pleistocene discovery.The two latest wells were drilled by IEOC on behalf of operator BP using the Scarabeo IV rig in water depths of 110 and 78 metres respectively. The wireline logs, fluid samples and pressure data confirmed the presence of gas in one Pleistocene interval in Taurt North and two Plio-Pleistocene intervals in Seth South, BP said.Options to tie both discoveries to nearby existing infrastructure are being studied, BP said.BP operates the csseconion awarded to it in June 2005 on a 50% stake, with IEOC holding the other half.The csseconion lies in water depths of 60 to 100 metres, and is situated between the BP-operated Ras El Bar development csseconion and the IEOC-operated Offshore Baltim development csseconion.At Ras El Bar BP operates the csseconion on a 50% stake under its Pharaonic Petroleum Company joint venture with Egyptian General Petroleum Company (EGPC) and Egypt Natural Gas Holding (Egas), with IEOC holding the other half.In June, BP and IEOC saw first gas three months early from Ras El Bar’s Seth field, where output is expected to reach 170 million standard cubic feet per day.BP has interests in a total of eleven csseconions in the Nile Delta, with operatorship of six.The British supermajor has racked up investments worth more than $17 billion in Egypt, making it one of the country’s largest foreign investors spanning nearly 50 years.Its Gulf of Suez Petroleum Company (Gupco), another joint venture with EGPC, is currently producing almost 15% of Egypt’s national crude production.The company and its partners also produce close to 40% of Egypt’s total domestic gas demand.For its part, Eni is Egypt’s largest foreign energy player with total operated production of approximately 236,000 barrels of oil equivalent per day in 2011.It is currently refocusing its Egyptian exploration on deeper plays in the Western Desert, as well as in the Mediterranean and Sinai, as part of a $3 billion investment ramp-up that has already yielded February’s large oil find with the Emry Deep-1X well.

  12. Sad sad sad I worked in the Italian film insutdry for 15 years and spent most of this time on the Cinecitte0 lot. Last week Teatro 5 burned up in flames, and now the place that I called home away from home is officially due to close. This breaks my heart. Some of my fondest work memories are linked to the Cinecitte0 microcosm. Gangs of New York, The Passion of the Christ, The Life Aquatic, Titus, HBO’s Rome

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