Dass Fernsehen, Internet und Onanieren dumm macht (und blind!), ist ein alter Hut. Auf europäischer Ebene greift man daher nach der aktuelleren, medienübergreifenden Keule: Werbung möchte das EU-Parlament in Zukunft nur noch ohne “geschlechterspezifische Klischees” sehen. Und das mit überragender Mehrheit von 504 Pro-, 110 Gegenstimmen und 22 Enthaltungen, wie Spiegel Online vermeldet. Und Gewaltverherrlichung solle dann auch noch verboten werden. Aber nur im Nebensatz.
Also Geschlechterklischees. Aber was macht ein Klischee zum Klischee? Meistens die Tatsache, dass man (in diesem Fall das Europaparlament) etwas gaaanz anders sieht. Zum Beispiel die Frau am Herd. Das ist so ein Klischee. Aber eben gar nicht zeitgemäß, weil ja viel mehr Frauen nicht so viel Zeit am Herd, sondern auf Managerposten verbringen sollen. Und auch nicht beim Putzen. Oder nackt. Oder so. Diese Klischees, so sagt man sich auf europäischer Ebene, seien “herabwürdigend, beschämend und erniedrigend für beide Geschlechter”, zitiert der Spiegel die schwedische EU-Abgeordnete Eva-Britt Svensson.
Und an dieser Stelle kollidieren sie, die Klischees. Das eine lässt uns an eine BH und Schminke verweigernde, sackartige Röcke tragende resolute Dame mittleren Alters denken. Das andere an eine gut gebaute Blondine mit einem niedlichen Akzent. Man fühlt sich schlecht. Aber eben auch als Opfer. Ich, der Mann, der sofort klischeebelastete Gedanken hegt, sobald eine Frau mit der Geschlechterkeule aufs Gesetzbuch knüppelt bzw.: eine Schwedin irgendwas macht. Nur von wegen die Werbung.
Daher sollte ab sofort jeder europäische Mann dazu verpflichtet werden, ernsthaftes und vor allem qualifiziertes Interesse an diversen Produkten zu entwickeln, für die er in naher Zukunft zwangsläufig 50 Prozent der Zielgruppe stellen muss:
- Reinigungs- und Waschmittel
- Kosmetik
- Yellow Press-Gazetten wie Bild
der Fraudes Menschen, Das Goldene Blatt etc. - Kochrezepte
- Schuhe und Bekleidung im höheren Preissegment
- Groschen-Romane
- Arzt-Serien
- Diäten und Abspeckprogramme
- Dauerwellen
Auf der anderen Seite dürfen Frauen schon mal ein Faible für folgendes entwickeln:
- Aufgemotzte, völlig überteuerte Autos
- Fußball, auch in den unteren Ligen
- Pornos und leichtbekleidete Frauen aller Art
- Brutale und grenzwertige Computerspiele
- Western und Filme mit Burt Reynolds aus den 70ern
- Maßloses Trinken
- Maßloses unangenehm auffallen
- Maßloses Kotzen
Naja, zumindest in den letzten drei Punkten haben einige von euch in den letzten Jahren schon viel gelernt.
PS: Das Klischee mit den blonden Schwedinnen war’s übrigens nicht. Da sieht man mal wieder: alles Lüge.
11. September 2008 22:13
Hm, Sommerloch?
Gibt gerade wohl nichts wichtigeres was zur Diskussion stünde…
Gruß
24. September 2008 12:58
sommerloch? ziemlich spät der sommer…