Warum nur?

Was die Welt nicht braucht: bloggende Journalisten. (ah) schreibt seit nunmehr elf jahren unter dem Kürzel (ah), eine Angewohnheit, die schwerer abzugewöhnen ist als Zigaretten und stöhnen bei der Arbeit. Ja: Stöhnen bei der Arbeit. Zumindest behauptet das meine Freundin, nachdem ich mir mal mit ihr ein Arbeitszimmer geteilt habe. Muss ja geil sein, so ‘ne Arbeit. Wo war ich? Ach ja. Bloggende Journalisten, abgewöhnen.

Weder das (ah) unter E-Mails noch das Schreiben konnte ich mir bisher abgewöhnen, was auch nicht so dermaßen schlimm ist (wie die Kippen). Konsumuffel ist meine Privat-Spielwiese, die keinen Chefredakteur außer mir kennt. Das ist gut, was jeder bestätigen wird, der mit mal beruflich Chefredakteuren zu tun hatte (Horst Schlämmer ist erschreckend nah an der Realität, Freunde). Konsumuffel hat keine Anzeigenkunden. Und sollten mal welche auftauchen (wer weiß?), werden sie nicht die Möglichkeit haben, in die kleinen Boshaftigkeiten einzugreifen, die an dieser Stelle mehr oder minder regelmäßig hinterlassen werden.

Dieses Schreibgelöt hat somit nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, Regelmäßigkeit, Wahrhaftigkeit, höchstens Aufmerksamkeit, nämlich meine eigene und bestenfalls noch deine, lieber Leser. Ich gebe zu, dieses Machwerk ab und an als Truppenübungsplatz für Suchmaschinenoptimierung zu missbrauchen, was aber eher zur Leserbelustigung beitragen könnte als manches Suchwortmonster im schönen Internet. Die Google-Suche nach “collien fernandez lesbisch” gibt mir Recht. Und Traffic. Wahrscheinlich Traffic mit schmierigen Fingern, aber immerhin Traffic, über den ich jedes Mal wieder herzlich lachen darf.

Und darum dürfen Journalisten bloggen und SEO betreiben. Geile Welt.

(ah)

PS: Weitere Kolumnen gibt es übrigens auch nach wie vor auf ROW-People.de. Von (ah) eher selten, aber die werten Kollegen sind ähnlich bescheuert.